Systemische Therapie

Systemische Therapie

5184 3456 Annette Dorstijn

„Jede unserer Handlungen, so unbedeutend sie uns auch erscheinen mag, beeinflusst das gesamte Universum, so wie jede Welle die Küste beeinflusst.“

Tarthang Tulku

Charakteristisch beim systemischen Ansatz ist, dass bei der Betrachtung einer Frage oder eines Problems nicht nur das Individuum,
der „Problem-Symptomträger“ allein Beachtung findet, sondern das System in dem er lebt.

Systeme können auf unterschiedlichen Ebenen betrachtet werden:

  • Körperzelle /Körperorgan /Organsystem /Gefäßsystem
  • Individuum als Teil der Familie /Familie als Ganzes
  • Organisationsformen wie Arbeitsformen usw….

Das nach außen sichtbare Symptom wird als ein Signal gesehen für Störungen des inneren Gleichgewichts im Gesamtsystem. Der Mensch und das Symptom sind nur ein Teil des Ganzen. Sie sind Ausdruck des Problems (Symptomträger).Gesundheit und Krankheit werden daher in einem neuen Kontext gesehen. Weder der Patient (Symptomträger), noch die einzelnen Mitglieder des Systems werden mit Opfer-Täter Festlegung betrachtet, sondern als Teile des Gesamtsystems. Schuldzuweisungen können so vermieden oder aufgelöst werden. Wesentlich ist, dass das Symptom nicht nur als Einschränkung, sondern auch als Lösung einer problematischen Situation betrachtet wird, da es Signalcharakter hat. Eine systemische Therapie ist zielgerichtet auf die Veränderung der Verhaltensmuster innerhalb eines Systems, mit der erwünschten Folge, dass das Symptom nicht mehr notwendig ist. Für mein Arbeitsfeld bedeutet dies, systemisch wahrzunehmen und zu denken, den Zugang zu den vorhandenen Ressourcen erfahrbar zu machen, Wahlmöglichkeiten und Handlungsoptionen (wieder) zu eröffnen, zur Weiterentwicklung von Systemen anzuregen…

Kurzzeittherapie in Einzelarbeit

Erfahrungen aus der systemischen Familientherapie können auch in der Einzeltherapie nutzbar gemacht werden.
Dies resultiert aus dem Umstand, dass jeder Mensch das Beziehungssystem, in dem er lebt, mit sich trägt, dass er stets in „unterirdischer Verbindung“ mit ihr steht. Der systemische Ansatz beinhaltet die Betrachtung, dass Sie selbst den Schlüssel zur Lösung in sich tragen und die Aufgabe des Therapeuten lediglich darin besteht, Ihnen beim Suchen zu helfen. Im Rahmen einer systemischen Kurzzeittherapie ist zwar das Wissen und Nachfragen über ein Symptom sinnvoll zur Orientierung, doch der Fokus liegt bei der Lösungsorientierung und nicht bei der Problemzentrierung. Die Herausarbeitung von Lösungsansätzen die aus dem Konflikt hinausführen können, ist Anliegen des Prozesses.

Problemaufstellung

Wenn Sie das Anliegen haben, ein klar umrissenes Problem mit einer bestimmten Fragestellung systemisch zu betrachten, so bietet sich eine „Problemaufstellung“ an.

Herausgearbeitet werden Anteile wie:

    • der Fokus von dem aus Sie das Thema beleuchten wollen
    • das Ziel, das Sie erreichen möchten
    • die Hindernisse, die Sie beeinträchtigen
    • die Ressourcen, die Sie zur Verfügung haben
    • der „verdeckte Gewinn“ der im Zusammenhang mit dem Problem wirkt
    • die zukünftigen Aufgaben, die es bei einer Lösung zu bewältigen gilt
    Auf dieser Basis kann die Methode der Problemaufstellung für fast jedes Thema angewandt werden.
  •  Der zeitliche Umfang umfasst zumeist 2-3 Termine von jeweils 60-90 Minuten